Wandleuchter in der Nahaufnahme im ehemaligen Saal der alten Herberge.


Urbex-Abenteuer im Hotel „Zum Stern“ – Vom einstigen Kurjuwel zur Ruine

Was einst als Traditionshotel mit toller Lage am Kurpark galt, ist heute nur noch eine Ruine. Das Hotel „Zum Stern“ – ein verlassenes Kurhotel, in dem der einstige Schimmer längst verblasste. Ich nehme dich heute wieder mit auf eine Reise durch die Vergangenheit des einst prachtvollen Ortes und gebe dir Einblicke in den heutigen Zustand dieses spannenden Lost Places.

Die Geschichte: Das Hotel „Zum Stern“ als Logierhaus

Bereits um 1770 entstand der heute unter Denkmalschutz stehende Fachwerkbau des Hotels. Dieses diente in den Anfängen allerdings als reines Bade- und Logierhaus und trug schon dort den Namen „Zum Stern“. Somit gehörte das heute leerstehende Kurhotel zu den ältesten Kapiteln der Geschichte des lokalen Kurbetriebes.

Was einst als einfaches Logierhaus für Brunnengäste begann, entwickelte sich schließlich im 20. Jahrhundert zu einer der bedeutendsten Anlaufstellen für Kurgäste, prachtvolle Familienfeiern und rauschende Bälle. Die Lage direkt am Kurpark war ideal für Natur- und Wanderfreunde, und so wurde das Hotel „Zum Stern“ immer mehr erweitert.

Die Ausstattung des ehemaligen Hotels

Im Laufe der Zeit kam ein großer Anbau hinzu, um das ehemalige Logierhaus zu einem Hotel zu erweitern. Es wurde ein neues Gebäude errichtet und über dem Brunnen entstand ein Atrium, das als Verbindung zwischen den verschiedenen Gebäudeteilen diente.

Es befand sich ein großes Restaurant mit einer sehr schönen Bar im Erdgeschoss des Hotels. Im unteren Bereich gab es einen Spa-Bereich mit Innen- und Außenpool sowie Sauna und Ayurvedabehandlungen, die dort angeboten wurden. Auch eine Kegelbahn mit mehreren Bahnen befand sich im Untergeschoss, um den Gästen einen großartigen Aufenthalt zu bieten.

Die Top-Lage am Kurpark, das Frühstück und die 126 Zimmer, die sehr komfortabel eingerichtet waren, wurden anfangs von den Gästen hoch gelobt. In den späteren Jahren jedoch wurde oft gesagt, dass die Einrichtung mittlerweile in die Jahre gekommen sei.

Schließung & gescheiterte Pläne: Ein Kurjuwel wird zum Lost Place

Im März 2019 endete schließlich der Betrieb im Hotel „Zum Stern“ endgültig. Nach der Schließung sollte aus dem ehemaligen Kurhotel eine Seniorenresidenz werden. Die Pläne scheiterten jedoch an Vorgaben des Kreises. Im Mai 2026 hat die Stadt eine Zwangsversteigerung beantragt und verkündete, dass ein Termin wahrscheinlich in der zweiten Hälfte des Jahres stattfinden wird.

Meine Urbane Erkundung im Hotel „Zum Stern“

Es war im März 2025, als ich mich auf den Weg machte einige Lost Places zu erkunden. Ich war an diesem Tag alleine unterwegs und auf dem Plan stand unter anderem auch das verlassene Kurhotel „Zum Stern“. Als ich die Straße nach einem Zugang zu diesem verlassenen Ort auskundschaftete, wurde ich hier schnell fündig und konnte durch eine offene Tür in das Atrium des Gebäudes eintreten. Meine Ausrüstung war bereit und es bot sich mir gleich im Atrium schon ein imposanter Anblick.

Meine ersten Motive für meine Lost-Place-Fotos konnte ich hier bereits finden und ich konnte mich auch schnell in die Vergangenheit zurückversetzen, als hier einst noch reger Betrieb herrschte. Ich hörte die verhallten Stimmen der Gäste leise im Hintergrund und das Klappern der Teller schallte aus der Küche hinaus – so, als wäre noch alles wie früher. Nachdem ich einige Fotos einfangen konnte, kam ich in den großen Ballsaal, welcher schon etwas von Vandalismus geprägt war, aber dennoch einen tollen Anblick bot.

Noch eingerichtet: Die verlassene Hotelküche

Anschließend fand ich den Weg direkt in die verlassene Hotelküche. Der erste Eindruck, den ich bekam, war „Hier ist ja noch alles vorhanden.“ Teller und Tassen standen in den Schränken, die Spülmaschine wartete auf den nächsten Schub Geschirr und auch die Bons der letzten Bestellungen hingen noch an der Anrichte. Es schien, als wären die Köche nur kurz eine rauchen. Hier überkam mich als gelernter Koch ein wenig die Lust, loszulegen und zu kochen. Stattdessen schoss ich jedoch meine Fotos und genoss ein wenig die Atmosphäre dieser leerstehenden Hotelküche.

Die Zimmer und der Seminarraum

Nachdem ich nun mit der Küche abgeschlossen hatte, erkundete ich den restlichen Bereich des Hotels „Zum Stern“. Auf den Gängen befanden sich noch ein paar gemütliche Sitzmöbel, die zum Verweilen einluden und einst dieses Traditionshotel schmückten. Auch die Rezeption stand noch in einer recht guten Verfassung an ihrem Platz, doch es ist lange her, dass hier der letzte Gast eingecheckt hatte. An den Wänden waren zum Teil ein paar wunderschöne Malereien aus der Region zu entdecken und sie verschönerten so das Gesamtbild des ehemaligen Kurhotels.

Ich schaute mir nach und nach einige der vielen Zimmer an und kann nur bestätigen, dass diese wirklich nett und gemütlich eingerichtet waren. Jedoch, wie auch letzte Stimmen besagten, war es zum Teil schon eine etwas veraltete Einrichtung. Jedes Zimmer verfügte über einen Balkon, welcher gut Platz bot und zum Verweilen an der frischen Luft einlud. Später betrat ich schließlich den großen Seminarraum. Auch hier standen Tische und Stühle anscheinend noch an ihrem Platz. Der Raum verfügte über moderne Anschlüsse für PC und Beamer. Er bot zudem viel Platz für die Seminarteilnehmer. Außerdem verfügte er über eine große, gläserne Front, welche für viel Licht im Inneren sorgte.

Spa-Bereich und Kegelbahn im verlassenen Kurhotel

Zu guter Letzt blieben mir noch der Spa-Bereich und die Kegelbahn im Untergeschoss des einst prachtvollen Traditionshotels. Ich betrat zuerst den Spa-Bereich und es roch, auch nach all den Jahren, noch nach Chlor. In diesem Bereich wurde schon etwas mehr Vandalismus betrieben, dennoch konnte man auch hier noch den längst verhallten Stimmen der ehemaligen Gäste ganz leise lauschen. Ich versetzte mich wieder in die Vergangenheit zurück und versuchte mir vorzustellen, wie es hier wohl einst mal war. Einiges ließ sich hier noch entdecken, auch die Sauna und die Behandlungsräume boten mir einen kleinen Einblick in die Vergangenheit.

Nun ging es schließlich auf zur Kegelbahn. In diesen Räumlichkeiten gab es keine Fenster und es war dementsprechend dunkel. Sogar ein klein wenig gruselig, kann man sagen, wenn man so ganz alleine in einem so großen verlassenen Hotel umherhirscht. Auf der Kegelbahn befanden sich noch die Pins, welche auf die nächste Kugel warteten. Auch Tische und Stühle standen noch an Ort und Stelle. Es war eine sehr gemütliche Räumlichkeit, geschmückt mit ein paar Trophäen und Wimpeln der Kegelmannschaften, die hier einst ihre Spiele austrugen.

Nachdem ich nun das gesamte Gebäude im Inneren erkundet hatte beschloss ich, mich noch auf dem Weg nach draußen den Außenbereich etwas anzuschauen. Jedoch gab es hier nicht sehr viel zu sehen. Es war eben nach all den Jahren recht gut zugewachsen. Ich denke, dass der Außenbereich zur Blütezeit des Hotels „Zum Stern“ einmal wunderschön anzusehen war.